Papst Franziskus 

Sein bürgerlicher Name ist Jorge Mario Bergoglio. Er wurde am 17. Dezember 1936 als Sohn italienischer Einwanderer in Buenos Aires geboren.

Der gelernte Chemiker ist ein Multitalent - etwa auch fürs Kochen, was er von seiner Mutter geerbt haben soll. Ein Liebhaber der Oper, der griechischen Klassiker, von Shakespeare und Dostojewski. ein Schwimmer, der körperlich anpacken kann - auch wenn er schon seit der Kindheit mit Lungenproblemen zu kämpfen hat.

Nach dem Diplom als Chemie-Ingenieur entschied sich Bergoglio für den Priesterberuf und trat in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte Philosophie und Theologie und lehrte währenddessen Literatur und Psychologie. Nach seiner Priesterweihe im Dezember 1969 brachte er es schnell zum Jesuiten-Provinzial Argentiniens. In diese Amtszeit fiel auch die Zeit der argentinischen Militärdiktatiur (1976-1983). Im Foltergefängnis inhaftierte Ordensbrüder warfen Bergoglio Schwäche im Umgang mit dem Regime vor, weil er sich nicht vor sie gestellt habe

Von 1980 bis 1986 war Bergoglio Rektor der Theologischen Hochschule San Miguel. Um seine Dissertation zu beenden, kam er 1985 zu einem längeren Aufenthalt nach Deutschland - und spricht seither neben Spanisch und Italienisch auch Deutsch. Seit 1992 Weihbischof in Buenos Aires, ernannte ihn Johannes Paul II. im Sommer s997 zum Erzbischof-Koadjutor un dim Februar 1998 zum Erzbischof der Hauptstadt-Diözese. Seit 2001 gehört Bergoglio dem Kardinalskollegium an; von November 2005 bis 2011 war er Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz.

Der Naturwissenschaftler liebt nicht die großen Auftritte. Er gilt als wortkarg und medienscheu. Zur Tagespolitik hält er möglichst Distanz. Obwohl er selten eine Rolle im Streit zwischen Bischöfen und der Regierung seines Heimatlandes spielte: Die Chemie mit der hohen Politik und der Wirtschaft stimmte auch bei ihm oft nicht. Die argentinischen Eltern ermahnte er wegen ihrer Korruptheit und ihres frivol verschwenderischen Lebenswandels.

Bergoglio lebt Bescheidenheit vor. Statt seiner Bischofsresidenz bewohnte er in Buenios Aires ein schlichtes Appartement. Er ging selbst im Supermarkt einkaufen, liebte lange Spaziergänge durch seine Heimatstadt - und fuhr ansonsten lieber Bus als Bischofslimousine. Sein Vater war Eisenbahnangestellter; vielleicht rührt daher seine Vorliebe für öffentliche Verkehrsmittel.

Theologisch eher gemäßigt und dialogbereit, gilt Bergoglio bislang als schüchterner und doch volksnaher "Versöhner", der der konservativen und sozial engagierten Bewegung "Comunione e Liberazione" nahesteht. Seine vergleichsweise wenigen Worte hatten im traditionell katholischen Argentinien Gewicht. Und an Weihnachten und Ostern besuchte er ein Krankenhaus für arme Kinder oder ein Gefängnis, wäscht den Kranken oder Gefangenen die Füße. Für seine Landsleute geht von dem asketischen Einzelgänger eine besondere Aura aus. Manche beschreiben ihn als faszinierend, manche als rätselhaft.

Sein Ziel, eine echte Aussöhnung aller gesellschaftlichen Gruppierungen des Landes nach den Verbrechen der Diktatur zu erreichen, muss sein Nachfolger in Buenos Aires weiter voranbringen.

Nachdem Jorge Marion Bergoglio am 13. März 2013 zum Nachfolger Petri gewählt wurde und aus ihm Papst Franziskus wurde, warten nun ganz andere Aufgaben auf ihn.
(Quelle: www.katholisch.de)